Florian Feuerwehrmanagement

Systemvoraussetzungen

Florian ist als eine einzige, mitgelieferte Server-Anwendung ausgelegt: Sie kopieren die Programmdatei auf einen Rechner Ihrer Wehr, starten sie, und bedienen alles danach im Browser. Diese Seite fasst zusammen, was dieser Server-Rechner mitbringen muss, welche Geräte für die Bedienung geeignet sind und welche Netzwerk- und Verschlüsselungs-Einstellungen für den sicheren Zugriff nötig sind.

Server (die Florian-Anwendung)

Florian läuft als ein einziger Prozess mit eingebautem Webserver und eingebetteter Datenbank (SQLite). Es ist keine separate Datenbank-Installation und keine zusätzliche Laufzeitumgebung erforderlich — alles Notwendige ist in der Programmdatei enthalten.

Unterstützte Betriebssysteme

Plattform Auslieferung Dienst-Betrieb
Windows Server / Windows 10 & 11 (64-Bit) einzelne .exe als Windows-Dienst (Autostart)
Linux (64-Bit) Binary oder Docker-Image via systemd
macOS (Apple Silicon / Intel) Binary via launchd
Docker (beliebiger Host) Container-Image vom Container-Runtime verwaltet

Alle Varianten stammen aus derselben Codebasis und bieten denselben Funktionsumfang. Für die meisten Wehren ist eine kleine Windows-Server-VM oder ein dauerhaft laufender Windows-Rechner im Gerätehaus die einfachste Wahl.

Hardware-Empfehlung

Florian nutzt SQLite als eingebettete Datei und läuft daher schon auf kompakter Hardware: ein normaler PC, der dauerhaft an bleibt, ein kleiner Server (auch als VM) oder ein Mini-PC/NUC, also eine kleine, leise, stromsparende Box. Die folgenden Werte sind die Mindestanforderungen für den laufenden Betrieb einer einzelnen Wehr:

  • CPU: 4 Kerne (x64 oder ARM64).
  • Arbeitsspeicher (RAM): 8 GB (Minimum), inklusive Betriebssystem-Reserve.
  • Datenträger: Eine SSD ist erforderlich. Eine klassische Festplatte (HDD) genügt nicht: Die für Datenbank, Backups und Dokument-Uploads nötigen Zugriffszeiten liefert zuverlässig nur eine SSD.
  • Freier Speicher: Mindestens 20 GB frei, für Programm, hochgeladene Dokumente/Fotos, Vorlagen und vor allem die automatischen Backups vor jedem Update. Die Datenbank selbst bleibt typischerweise klein (Größenordnung Megabyte, nicht Gigabyte).

Hinweis: Der Speicherbedarf wächst vor allem durch hochgeladene Dateien (Mitglieds-Fotos, Geräte-Datenblätter, Vorlagen) und durch die aufbewahrten Backups. Prüfen Sie den freien Speicher regelmäßig, wenn Sie viele Anhänge pflegen.

Datensicherung

Florian legt vor jedem Update automatisch eine konsistente Kopie der Datenbank an und erstellt Online-Backups im laufenden Betrieb, ohne den Dienst zu stoppen. Sorgen Sie zusätzlich dafür, dass das Datenverzeichnis in die reguläre Sicherung des Server-Rechners einbezogen wird.

Clients (Bedienung im Browser)

Florian wird komplett im Browser bedient — an Arbeitsplatzrechnern, auf dem Diensthandy und auf mobilen Barcode-Scannern. Es ist keine Installation eines Desktop-Programms nötig.

Unterstützte Browser

Verwenden Sie einen aktuellen, gepflegten Browser in einer der letzten beiden Hauptversionen:

  • Google Chrome / Chromium
  • Microsoft Edge
  • Mozilla Firefox
  • Apple Safari (macOS und iOS/iPadOS)

Achtung: Der Internet Explorer wird nicht unterstützt. Für die Kamera-Barcode-Funktion und die Offline-Nutzung (PWA) ist ein moderner Browser zwingend erforderlich.

Als App installieren (PWA)

Die Oberfläche ist eine Progressive Web App (PWA) und lässt sich wie eine native App installieren — mit eigenem Symbol, Vollbild und Offline-Fähigkeit (u. a. für die Inventur im Funkloch).

Installation auf Android / Desktop (Chrome, Edge):

  1. Florian im Browser öffnen und anmelden.
  2. Im Adressfeld bzw. Browser-Menü das Symbol „Installieren" (oder „App installieren") wählen.
  3. Bestätigen — Florian erscheint anschließend als eigene App.

Installation auf iPhone / iPad (Safari):

  1. Florian in Safari öffnen (nicht in einem anderen Browser).
  2. Auf „Teilen" tippen und „Zum Home-Bildschirm" wählen.
  3. Namen bestätigen — das Florian-Symbol liegt danach auf dem Home-Bildschirm.

Hinweis (iOS): Push-Benachrichtigungen (z. B. für fällige Prüffristen und Termine) funktionieren auf iPhone/iPad nur, wenn Florian zuvor über „Zum Home-Bildschirm" als PWA installiert wurde. Im normalen Safari-Tab sind Web-Push-Benachrichtigungen unter iOS nicht verfügbar.

Scanner (Barcode & QR)

Florian unterstützt die Barcode-Schnelleingabe — etwa für Inventur, Geräte-Suche und Beladungskontrolle — auf zwei Wegen, die sich frei kombinieren lassen.

Zebra-Handscanner (DataWedge)

Zebra-Geräte mit DataWedge geben gescannte Codes als Tastatureingabe („Keystroke") in das aktive Feld ein. In Florian ist damit kein Treiber und keine Kopplung nötig:

  1. Florian als PWA auf dem Zebra-Gerät installieren.
  2. In DataWedge ein Profil aktivieren, das den Scan als Tastatur-Ausgabe (Keystroke Output) in den Browser sendet.
  3. In Florian das Scan-Feld fokussieren und den Code scannen — der Wert wird direkt übernommen.

Handy-Kamera (BarcodeDetector)

Auf Geräten ohne dedizierten Scanner nutzt Florian die eingebaute Kamera über die BarcodeDetector-Schnittstelle des Browsers. Voraussetzungen:

  • Ein aktueller Browser, der die Kamera-Barcode-Erkennung unterstützt (Chrome/Edge auf Android und Desktop; Safari auf aktuellen iOS-Versionen).
  • Aufruf über HTTPS (siehe unten) — Browser geben den Kamerazugriff nur auf sicheren Verbindungen frei.
  • Erteilte Kamera-Berechtigung für die Florian-Seite.

QR-Etiketten für Ihre Geräte können Sie direkt aus der Geräteverwaltung drucken und anschließend mit beiden Scan-Wegen einlesen.

Netzwerk

Florian läuft im Netzwerk Ihrer Wehr; die Clients greifen über den Browser darauf zu. Zwei Betriebsvarianten sind üblich:

  • Nur im LAN: Florian ist ausschließlich im internen Netz (Gerätehaus, VPN) erreichbar. Das ist die einfachste und sicherste Grundeinstellung.
  • Öffentlich erreichbar: Florian ist zusätzlich aus dem Internet erreichbar (z. B. für den Zugriff von unterwegs). Das setzt ein gültiges, öffentlich vertrauenswürdiges Zertifikat und eine bewusste Freigabe voraus.

Ports

Florian bringt seinen eigenen Webserver mit; der Port wird im Setup-Assistenten festgelegt und ist später in den Einstellungen änderbar.

  • Der von Ihnen gewählte HTTPS-Port muss auf dem Server-Rechner erreichbar sein — in der lokalen Firewall freigegeben und, bei öffentlichem Betrieb, im Router/an der Firewall weitergeleitet.
  • Für den öffentlichen Betrieb mit automatischem Let's-Encrypt-Zertifikat müssen die Standard-Web-Ports (HTTP 80 und HTTPS 443) von außen auf den Server erreichbar sein, damit die Zertifikatsausstellung funktioniert.
  • Stellen Sie sicher, dass der gewählte Port nicht bereits von einem anderen Dienst auf demselben Rechner belegt ist.

TLS-Verschlüsselung

Der Zugriff sollte immer über HTTPS erfolgen — schon deshalb, weil Browser die Kamera- und PWA-Funktionen nur auf sicheren Verbindungen freigeben. Der Setup-Assistent bietet drei Optionen:

  1. Selbstsigniertes Zertifikat (Standard, sofort lauffähig): Ideal für den reinen LAN-Betrieb. Florian erzeugt das Zertifikat selbst. Browser zeigen beim ersten Aufruf eine Sicherheitswarnung, weil das Zertifikat nicht von einer öffentlichen Stelle stammt — diese lässt sich einmalig bestätigen bzw. als Ausnahme hinterlegen.
  2. Eigenes Zertifikat (PFX): Sie laden ein vorhandenes Zertifikat als .pfx-Datei hoch — etwa eines aus Ihrer bestehenden internen oder kommunalen Zertifikatsverwaltung.
  3. Let's Encrypt (automatisch): Bei öffentlicher Erreichbarkeit bezieht Florian über das eingebaute ACME-Verfahren automatisch ein gültiges, kostenloses Zertifikat und erneuert es selbstständig. Voraussetzung: ein auf den Server zeigender Domainname und die von außen offenen Ports 80/443.

Hinweis: Ein Reverse Proxy (z. B. IIS oder nginx) ist optional möglich, aber nicht erforderlich — Florian kann TLS direkt selbst bereitstellen.

Achtung: Für den öffentlichen Betrieb ist ein öffentlich vertrauenswürdiges Zertifikat (Option 2 oder 3) dringend zu empfehlen. Ein selbstsigniertes Zertifikat ist für den Zugriff aus dem Internet ungeeignet, weil jeder Client die Sicherheitswarnung sieht.

Siehe auch