Florian Feuerwehrmanagement

Inventur & Barcode

Mit dem Inventur-Modul nehmen Sie den Bestand eines Standorts systematisch auf: Sie legen eine Inventur an, scannen die Geräte und halten je Gerät fest, ob es vorhanden, defekt oder nicht auffindbar ist. Das Scannen funktioniert wahlweise mit einem Zebra-Handscanner oder der Handy-Kamera und läuft auch dann weiter, wenn im Gerätehaus oder im Lager keine Netzverbindung besteht.

Hinweis: Die Inventur greift auf denselben Gerätebestand zu wie die Geräteverwaltung. Neue Geräte legen Sie dort an; die Inventur prüft nur, ob der erfasste Bestand mit der Realität übereinstimmt.

Eine Inventur anlegen

Eine Inventur ist ein abgeschlossener Zähl-Vorgang für einen bestimmten Standort zu einem bestimmten Zeitpunkt.

  1. Öffnen Sie Inventur und wählen Sie Neue Inventur.
  2. Wählen Sie den Standort (z. B. ein GH-Raum, ein Lager oder ein Fahrzeug). Der Standort bestimmt, welche Geräte laut Ablageort erwartet werden.
  3. Vergeben Sie optional eine Bezeichnung und übernehmen Sie das Datum (Standard: heute).
  4. Speichern Sie. Florian erzeugt für jedes am Standort erwartete Gerät eine Inventur-Position mit dem Anfangsstatus unbekannt.

Beim Scannen oder manuellen Erfassen setzen Sie anschließend den Status jeder Position. Am Ende zeigt Florian, welche Geräte noch auf dem Status unbekannt stehen, also weder bestätigt noch als fehlend markiert wurden.

Standort als Prüfrahmen

Der Standort legt den Erwartungswert fest: Alle Geräte, deren Ablageort auf diesen Standort verweist, erscheinen in der Inventur. Scannen Sie ein Gerät, das laut Stammdaten woanders lagert, weist Florian darauf hin — so erkennen Sie falsch abgelegte oder umgezogene Geräte sofort.

Status je Position setzen

Jede Inventur-Position trägt genau einen Status. Die folgende Tabelle zeigt die Bedeutung:

Status Bedeutung
unbekannt Anfangswert. Das Gerät wurde in dieser Inventur noch nicht geprüft.
vorhanden Das Gerät wurde am Standort angetroffen und ist einsatzfähig.
defekt Das Gerät ist vorhanden, aber beschädigt oder nicht einsatzbereit.
fehlt Das Gerät wurde am erwarteten Standort nicht gefunden.

Ein erfolgreicher Scan setzt eine Position standardmäßig auf vorhanden. Für defekt oder fehlt wählen Sie den Status nach dem Scan (oder in der Positionsliste) manuell. Geräte, die bis zum Abschluss auf unbekannt bleiben, behandeln Sie wie eine offene Aufgabe — typischerweise werden sie geprüft und dann als fehlt markiert oder nachträglich gefunden.

Hinweis: Die Inventur ändert nicht automatisch die Gerätestammdaten. Ein als defekt markiertes Gerät bleibt im Bestand; die Entscheidung über Reparatur, Prüfung oder Ausmusterung treffen Sie anschließend in der Geräteverwaltung.

Inventur sperren und abschließen

Eine Inventur lässt sich sperren (abschließen), damit das Ergebnis unveränderlich dokumentiert ist.

  • Offen: Positionen können gescannt und im Status geändert werden.
  • Gesperrt/abgeschlossen: Die Inventur ist schreibgeschützt. Das Ergebnis bleibt als Nachweis erhalten und lässt sich als Bericht ausgeben, aber nicht mehr verändern.

Achtung: Schließen Sie eine Inventur erst ab, wenn keine Position mehr auf unbekannt steht und alle offline erfassten Scans synchronisiert sind (siehe Abschnitt Offline arbeiten). Nach dem Sperren sind nachträgliche Korrekturen nur über eine neue Inventur möglich.

Barcode-Erfassung

Florian nutzt einen gemeinsamen Scan-Dienst, der in Inventur, Geräte-Suche und Beladungskontrolle identisch funktioniert. Zwei Erfassungswege stehen zur Verfügung — beide liefern denselben Code an dieselbe Position.

Zebra-Handscanner (DataWedge)

Auf Zebra-Geräten übergibt DataWedge den gescannten Code als Tastatureingabe (Keystroke) an das aktive Eingabefeld. In Florian ist dafür kein zusätzlicher Treiber nötig:

  1. Öffnen Sie die laufende Inventur auf dem Zebra-Gerät.
  2. Setzen Sie den Fokus in das Scan-Feld der Inventur.
  3. Lösen Sie den Scan am Gerät aus. Der Code wird eingelesen, die passende Position wird gefunden und auf vorhanden gesetzt.
  4. Scannen Sie das nächste Gerät. Der Fokus bleibt im Scan-Feld, sodass Sie ohne Zwischenschritte durcharbeiten.

Hinweis: DataWedge muss so profiliert sein, dass es den Code als Tastatureingabe (Keystroke-Output) an die PWA übergibt und mit einem Zeilenumbruch (Enter) abschließt. Diese Einstellung nehmen Sie einmalig am Zebra-Gerät im DataWedge-Profil vor.

Handy-Kamera

Auf Diensthandys und Tablets ohne Hardware-Scanner nutzt Florian die im Browser eingebaute Barcode-Erkennung (BarcodeDetector) und liest den Code über die Kamera:

  1. Öffnen Sie die Inventur und starten Sie Kamera-Scan.
  2. Erlauben Sie dem Browser den Kamerazugriff, falls danach gefragt wird.
  3. Richten Sie die Kamera auf den Barcode oder das QR-Etikett des Geräts. Bei Erkennung wird die Position automatisch gesetzt.

Hinweis: QR-Etiketten für Ihre Geräte drucken Sie direkt aus der Geräteverwaltung. Nicht jedes mobile Betriebssystem unterstützt die eingebaute Kamera-Barcode-Erkennung gleich vollständig — auf dem Diensthandy empfiehlt sich die installierte PWA. Wo die Kamera-Erkennung nicht verfügbar ist, nutzen Sie den Zebra-Scanner oder die manuelle Eingabe der Inventarnummer.

Offline arbeiten (Funkloch)

Lager, Keller und abgelegene Standorte haben oft keinen Empfang. Florian ist als PWA dafür ausgelegt: Nach dem Öffnen der Inventur arbeiten Sie vollständig offline weiter.

  • Lokaler Zwischenspeicher: Die Inventur und der Gerätebestand werden für den Offline-Betrieb im Gerät vorgehalten. Scans und Statusänderungen sind sofort in der Oberfläche sichtbar.
  • Outbox: Jede Änderung ohne Verbindung landet in einer lokalen Outbox — einer Warteschlange offener Schreibvorgänge. Nichts geht verloren, auch wenn Sie die App zwischendurch schließen.
  • Automatische Synchronisierung: Sobald wieder eine Verbindung zum Florian-Server besteht, überträgt die PWA die Outbox automatisch. Ein manuelles Auslösen ist normalerweise nicht nötig.

Achtung: Solange Scans in der Outbox liegen, sind sie nur auf diesem Gerät sichtbar. Stellen Sie vor dem Abschließen der Inventur sicher, dass die Outbox geleert (vollständig synchronisiert) ist. Erst dann ist das Ergebnis serverseitig vollständig.

Konflikte

Der Florian-Server ist die maßgebliche Quelle (Server ist Wahrheit). Wird dieselbe Position zwischenzeitlich von einem anderen Gerät geändert, erkennt Florian den Konflikt über die Datensatz-Version (RowVersion) und zeigt ihn beim Synchronisieren an, statt eine Änderung stillschweigend zu überschreiben. Sie entscheiden dann, welcher Stand gilt.

Empfohlener Ablauf

  1. Inventur für den Standort anlegen.
  2. Vor Ort scannen — per Zebra oder Kamera; bei Bedarf einzelne Positionen manuell auf defekt oder fehlt setzen.
  3. Offen gebliebene Positionen (unbekannt) klären.
  4. Zurück im Empfangsbereich: Synchronisierung abwarten, Outbox-Stand prüfen.
  5. Ergebnis kontrollieren, dann Inventur sperren und als Nachweis ausgeben.

Siehe auch