Florian Feuerwehrmanagement

Der Setup-Assistent

Beim allerersten Start ist noch keine Datenbank eingerichtet. Florian erkennt das automatisch, startet im Setup-Modus und öffnet den Standardbrowser auf der Adresse https://localhost:<port>/setup. Von dort führt Sie ein mehrstufiger Assistent durch die komplette Einrichtung – ganz ohne das Bearbeiten von Konfigurationsdateien. Alles, was Sie hier festlegen, lässt sich später jederzeit unter Einstellungen wieder ändern.

Hinweis: Der Setup-Assistent erscheint nur, solange die Instanz noch nicht konfiguriert ist. Sobald die Einrichtung abgeschlossen ist, startet Florian direkt in den Normalbetrieb und zeigt den Login. Möchten Sie später neu einrichten, sichern und entfernen Sie das Datenverzeichnis (siehe Erste Schritte).

Voraussetzungen

Bevor Sie beginnen, stellen Sie sicher, dass die folgenden Punkte vorbereitet sind:

  • Florian ist als ausführbare Datei auf den Server kopiert (Windows-.exe, Linux-/macOS-Binary oder Docker-Image).
  • Sie kennen den gewünschten Speicherort für Daten und Backups sowie den freien Port.
  • Für den Betrieb über das Internet: ein öffentlich erreichbarer DNS-Name (für Let's Encrypt) oder ein eigenes PFX-Zertifikat.
  • Optional: die Zugangsdaten Ihres SMTP-Postausgangs für Serienbriefe und Benachrichtigungen.
  • Ihren Lizenzschlüssel oder eine Trial-Lizenz (die 7-Tage-Testphase können Sie ohne Zahlungsmittel im Kunden-Portal ausstellen).

Überblick über die Schritte

Der Assistent besteht aus zehn Schritten. Zwischen den Schritten können Sie jederzeit zurückgehen, ohne bereits Eingegebenes zu verlieren.

# Schritt Zweck
1 Willkommen & Lizenz Sprachwahl, EULA bestätigen
2 Datenverzeichnis & Port Speicherorte und Netzwerk-Port festlegen
3 TLS Verschlüsselung: selbstsigniert, PFX oder Let's Encrypt
4 Datenbank anlegen SQLite-Datei erzeugen, Migrationen und Seed-Daten einspielen
5 Wehr-Stammdaten Name, Bundesland, Adresse, Logo, Gläubiger-ID
6 Bundesland-Regelwerk Dienstgrade, Ehrungen, Lehrgänge, Berichtsformate laden
7 Admin-Konto & 2FA Erster Benutzer mit optionaler Zwei-Faktor-Anmeldung
8 Mailserver SMTP für E-Mail-Versand (optional)
9 Dienst installieren Autostart als System-Dienst einrichten
10 Fertig Weiterleitung zum Login, Wechsel in den Normalbetrieb

Schritt 1 – Willkommen & Lizenz

Wählen Sie zunächst die Sprache der Oberfläche. Anschließend lesen und bestätigen Sie die Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA). Ohne Zustimmung lässt sich der Assistent nicht fortsetzen.

Hier hinterlegen Sie auch Ihren Lizenzschlüssel. Florian verifiziert das Token lokal (Ed25519-Signatur) und führt eine einmalige Online-Aktivierung gegen den Lizenz-Server durch. Ist der Server gerade nicht erreichbar, können Sie die Aktivierung überspringen und innerhalb der Kulanzfrist nachholen.

Hinweis: Nutzen Sie eine Trial-Lizenz, läuft Florian 7 Tage als Vollversion. Nach Ablauf ist das Setzen weiterer Mitglieder auf „aktiv“ ohne Freischaltung gesperrt. Ihre Daten bleiben in der Instanz; für die weitere produktive Nutzung klären wir das Abo mit Ihnen.

Schritt 2 – Datenverzeichnis & Port

Legen Sie fest, wo Florian seine Daten ablegt und über welchen Port es erreichbar ist.

  • Datenverzeichnis – Basispfad für die Datenbank florian.db, das uploads-Verzeichnis (Fotos, Datenblätter) und die Backups. Empfohlen ist ein dediziertes Verzeichnis außerhalb des Programmordners, damit Updates die Daten nicht berühren.
  • Port – der TCP-Port für den eingebauten Webserver (Kestrel). Achten Sie darauf, dass der Port frei ist und in der Firewall freigegeben wird.

Eine typische Verzeichnisstruktur unter Windows sieht so aus:

C:\Florian\
 ├─ Florian.exe        ← Launcher
 ├─ app\               ← Programm-Versionen
 ├─ data\              ← florian.db, florian.db-wal, uploads\, templates\
 └─ backups\           ← automatische Sicherungen (auch vor jedem Update)

Achtung: Wählen Sie das Datenverzeichnis so, dass der Dienst dauerhaft Schreibrechte hat und es in Ihre reguläre Datensicherung einbezogen ist. Ein Netzlaufwerk wird für die SQLite-Datei nicht empfohlen (Datei-Locking im WAL-Modus).

Schritt 3 – TLS

Florian erzwingt verschlüsselte Verbindungen. Wählen Sie eine der drei Varianten:

  1. Selbstsigniertes Zertifikat (Standard) – sofort lauffähig, ideal für den Betrieb im LAN oder für einen ersten Test. Browser zeigen einmalig eine Zertifikatswarnung, die Sie bestätigen.
  2. Eigenes PFX hochladen – wenn Sie bereits ein Zertifikat Ihrer eigenen oder einer öffentlichen CA besitzen. Laden Sie die .pfx-Datei hoch und geben Sie das zugehörige Kennwort ein.
  3. Let's Encrypt (ACME) – automatisch ausgestelltes, öffentlich vertrauenswürdiges Zertifikat über den integrierten ACME-Client. Voraussetzung: Der Server ist unter dem angegebenen DNS-Namen aus dem Internet über Port 80/443 erreichbar.

Hinweis: Für die reine LAN-Nutzung genügt das selbstsignierte Zertifikat. Auf öffentlich erreichbaren Servern ist Let's Encrypt die wartungsärmste Wahl, da die Erneuerung automatisch erfolgt.

Schritt 4 – Datenbank anlegen & Seed

Jetzt erzeugt Florian die eigentliche Datenbank. Ein Fortschrittsbalken begleitet die drei Teilschritte:

  1. SQLite-Datei anlegen – florian.db wird im Datenverzeichnis erstellt (WAL-Modus für paralleles Lesen und Schreiben).
  2. Migrationen ausführen – das komplette Datenschema wird aufgebaut.
  3. Seed-Daten einspielen – die Basis-Kataloge werden befüllt; die bundeslandspezifischen Inhalte kommen im nächsten Schritt hinzu.

Dieser Schritt läuft in der Regel in wenigen Sekunden durch und muss nicht wiederholt werden.

Schritt 5 – Wehr-Stammdaten

Erfassen Sie die Grunddaten Ihrer Wehr. Diese Angaben erscheinen später auf Berichten, Serienbriefen und in SEPA-Läufen:

  • Name der Wehr
  • Bundesland (steuert im nächsten Schritt das passende Regelwerk vor)
  • Adresse
  • Logo (für Berichte und Branding)
  • Gläubiger-Identifikationsnummer – für das SEPA-Lastschriftverfahren. Ohne gültige Gläubiger-ID lassen sich keine pain.008-Läufe erzeugen; Sie können das Feld hier zunächst leer lassen und später unter Einstellungen nachtragen.

Schritt 6 – Bundesland-Regelwerk

Auf Basis des in Schritt 5 gewählten Bundeslandes lädt Florian das passende Regelwerk: Dienstgrade, Ehrungen, Lehrgänge und statutarische Berichtsformate Ihres Landes. Regelwerke für alle 16 Bundesländer stehen zur Verfügung.

Alle geladenen Kataloge sind vollständig editierbar – Sie können Dienstgrade und Ehrungen ergänzen, umbenennen oder entfernen und die Anzahl der Lehrgänge/Dienstgrade ist nicht begrenzt. Die Regel-Engine für Beförderungs-, Ehrungs- und Lehrgangsvorschläge baut auf diesen Katalogen auf und lässt sich später grafisch anpassen.

Hinweis: Wählen Sie zunächst das nächstliegende Regelwerk und passen Sie es an. Änderungen an Katalogen und Regeln sind jederzeit nachträglich möglich, ohne bestehende Daten zu verlieren.

Schritt 7 – Admin-Konto & 2FA

Legen Sie das erste Benutzerkonto an. Dieser Benutzer erhält Administratorrechte und richtet später weitere Benutzer und Rollen (RBAC) ein.

  • Benutzername / E-Mail und Kennwort – das Kennwort wird gehasht gespeichert (ASP.NET Core Identity).
  • Zwei-Faktor-Anmeldung (2FA, optional) – aktivieren Sie TOTP, wird ein QR-Code angezeigt, den Sie mit einer Authenticator-App scannen. Bewahren Sie die Wiederherstellungscodes sicher auf.

Achtung: Vergeben Sie ein starkes Kennwort für das Admin-Konto und aktivieren Sie 2FA, insbesondere wenn die Instanz aus dem Internet erreichbar ist. Der erste Benutzer hat vollen Zugriff auf alle Module und Felder.

Schritt 8 – Mailserver (optional)

Hinterlegen Sie Ihren SMTP-Postausgang, damit Florian Serienbriefe, SEPA-Vorabankündigungen und Benachrichtigungen per E-Mail versenden kann:

  • Server (Host) und Port
  • Verschlüsselung (STARTTLS/SSL)
  • Benutzername und Kennwort
  • Absenderadresse

Über Testmail senden prüfen Sie die Angaben sofort. Schlägt der Versand fehl, korrigieren Sie die Daten, bevor Sie fortfahren.

Ist ein SMTP-Benutzername hinterlegt, muss auch ein Kennwort vorhanden sein. Fehlt es, bricht Florian den Versand vor dem Verbindungsaufbau ab.

Hinweis: Dieser Schritt ist optional. Ohne Mailserver funktioniert Florian vollständig; lediglich der automatische E-Mail-Versand entfällt. Sie können den Mailserver jederzeit später unter Einstellungen ergänzen.

Schritt 9 – Als Dienst installieren

Damit Florian nach einem Neustart des Servers automatisch wieder läuft, registriert der Assistent die Anwendung als System-Dienst. Die Registrierung erfolgt passend zum Betriebssystem – ein manuelles Einrichten des Dienstes ist nicht nötig:

Plattform Dienst-Mechanismus
Windows Windows-Dienst (automatischer Start)
Linux systemd-Unit
macOS launchd-Agent

Hinweis: Für die Dienst-Installation sind je nach Betriebssystem erhöhte Rechte erforderlich (Administrator bzw. root). Überspringen Sie diesen Schritt, läuft Florian nur, solange die Anwendung manuell gestartet ist.

Schritt 10 – Fertig

Der Assistent bestätigt den Abschluss und leitet Sie zum Login weiter. Ab jetzt startet Florian im Normalbetrieb; der Setup-Modus erscheint nicht mehr. Melden Sie sich mit dem in Schritt 7 angelegten Admin-Konto an und beginnen Sie mit der Einrichtung von Mitgliedern, Geräten und weiteren Benutzern.

Was später unter Einstellungen änderbar ist

Grundsatz: Es gibt keine Konfiguration, die zwingend außerhalb der Oberfläche passieren muss. Praktisch alle Angaben aus dem Assistenten lassen sich nachträglich über Einstellungen anpassen:

Bereich Nachträglich änderbar
Wehr-Stammdaten Name, Adresse, Logo, Gläubiger-ID
Bundesland-Regelwerk Dienstgrade, Ehrungen, Lehrgänge, Berichtsformate, Regeln
TLS-Zertifikat Wechsel zwischen selbstsigniert / PFX / Let's Encrypt
Mailserver SMTP-Zugang hinzufügen, ändern, Testmail
Benutzer & Rechte Weitere Benutzer, Rollen und feldbezogene Rechte
Backups & Update-Kanal Sicherungsplan, Kanal stable/beta, Auto-Update
Branding / Theme Aussehen und Farbschema
Eigene Felder & Exporte Custom-Felder, Export-Definitionen

Fest verankert und nicht ohne Neueinrichtung änderbar sind lediglich der grundlegende Speicherort der bestehenden Datenbank (ein Umzug erfolgt über Backup/Restore) sowie die hinterlegte Lizenz, die an Ihren Lizenzschlüssel gebunden ist.

Hinweis: Änderungen an Datenverzeichnis oder Port wirken erst nach einem Neustart des Dienstes. Planen Sie solche Anpassungen in ein Wartungsfenster ein.

Siehe auch